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Kennt sich jemand mit der Käferplage aus,hat jemand schon Behandlungserfolg erzielt??
Gruss Didi
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Die rote Gefahr
Sein Namenspektrum reicht von picudo rojo, über escarabat morrut, vom Palmrüssler bis zu seinem wissenschaftlich korrekten Bezeichnung Rynchophorus ferrugineus. Schon im vergangenen Herbst berichteten wir über den unwillkommenen Gast, dessen Heimat eigentlich in den Tropen ist. Der Globalisierung sei Dank, fand auch er, wie so manch anderer unangenehme, stechende, krabbelnde oder fliegende ausländische Zeitgenosse, auf Frachtschiffen, als blinder Passagier versteckt, den Weg nach Europa.
So auch Rynophorus ferrugineus, den der Katalane, wegen seinem kleinen Rüssel auch den dicklippigen Käfer, l’escarabat morrut, nennt. Dieser ernährt sich von Palmen, am liebsten von Dattelpalmen. Und die fand er in seiner neuen Heimat reichlich. Zunächst noch außerhalb europäischer Grenzen, in Ägypten und Marokko. Dort richtete er verheerende Schäden an den Palmen an. Mit dem Einzug nach Marokko, stand der picudo rojo, wie die Spanier ihn nennen, unmittelbar vor den Toren der Iberischen Halbinsel. Der blühende Handel mit marokkanischen Dattelpalmen nach Spanien, verhalf ihm zum Sprung nach Europa. 2004 entdeckte man die ersten befallenen Palmen in Granada.
Ab dem gab es kein Halten mehr. Das Fatale an dem picudo rojo ist, dass die Schäden an den Palmen erst dann entdeckt werden, wenn es bereits zu spät ist. Der Käfer schadet den Palmen nicht, er vernichtet sie. Er bahnt sich einen Tunnel in das Innere des Stammes, in einer Länge bis zu einem Meter und mehr. Die Konsequenz ist, dass sie Blätter der Palme rasch gelb werden, und innerhalb kürzester Zeit die Palmenkrone abstirbt. Dem Käfer selbst mit Insektiziden beizukommen, hat sich als ein entmutigendes Unterfangen erwiesen. Allein die Larven reagieren auf das Insektizid, sie entdeckt man aber in der Regel erst, wenn es zu spät ist.
Von ihm befallene Palmen sind kaum zu retten. So bleibt nur, die Palmen zu fällen und zu verbrennen, um ein weiteres Ausbreiten zu verhindern.
Schuld an dem Desaster trägt die spanische Behörde. Sie hat zu spät, und zu halbherzig, reagiert. Die verantwortlichen politischen Stellen hatten sich lediglich auf eine sechsmonatige Quarantänezeit der afrikanischen Dattelpalmen und sonstiger, wenig greifender Methoden, verlegt, obwohl Umweltschützer den totalen Einfuhrstopp forderten. Illegale Lieferungen der beliebten Dattelpalme brachten zusätzliche Kolonien roter Palmenwüstlinge nach Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote.
Das Drama nahm seinen Lauf, als im vergangenen Jahr in Europas größtem Plamenhain in Elche (Valencia), der picudo rojo auftauchte. 2002 wurde der Palmengarten von Elche von der Unesco zum Kulturerbe erklärt. Nahezu 100.000 Dattelpalmen in 90 verschiedenen Palmengärten im historischen Teil von Elche, boten dem gefräßigen Käfer geradezu paradiesische Zustände.
Die warmen Temperaturen haben eine weitere Ausdehnung des Käfers begünstigt. Und so kommt es, dass aus dem spanischen picudo rojo ein katalanischer escarabat morrut wurde. Denn längst ist der „dicklippige Käfer“ in Katalonien angekommen. Palmen im Maresme, in la Selva, Baix Llobregat, Garraf, Penedès und Baix Camp fallen dem Käfer inzwischen zum Opfer. Die betroffenen Bäume wurden entweder sofort gefällt und verbrannt, oder luftdicht eingepackt.
Ein ausgewachsener Käfer legt Wegstrecken bis zu 5 Kilometer zurück, und die Weibchen legen mehr als 500 Eier. Wissenschaftler sehen die einzige Chance, Herr über den Schädling zu werden darin, die Larven früh genug in den Palmenstämmen zu entdecken. Eine neue Methode ist die, mittels Ultraschall die Larven aufzuspüren. Die Technik kommt aus Deutschland, die gute Erfahrung aus den Golfstaaten. Auf den Kanaren wird dieses Verfahren bereits erprobt. Die Sorge, dass der gesamte, spanische Palmenbestand ernsthaft bedroht ist, ist durchaus berechtigt. Der Lauschangriff auf die Larven hilft zwar zunächst nicht viel weiter, aber man kann die betroffenen Palmen separieren, und so umstehende Palmen schützen. Hinzu kommt der Hoffnungsschimmer, dass die Larven, im Gegensatz zu dem ausgewachsnen Käfer, sehr wohl empfindlich auf eingesetzte Insektizide reagieren. Es ist ein mühseliges und kostenintensives Unterfangen, was nun jetzt auch vor Katalonien nicht Halt macht. Schäden in mehrfacher Millionenhöhe Euro wurden in Spanien bereits von dem roten Palmenfresser verursacht. Adäquate Beträge werden im Gegenzug in dessen Bekämpfung investiert.
Bis heute hat das den picudo rojo nicht weiter tangiert, ungeniert frisst er sich weiter durch die spanische Palmenlandschaft, denn eines hat er vorsichtshalber in seiner tropischen Heimat zurückgelassen: Seine natürlichen Feinde. Die Zeitgenossen, auf dessen Speisekarte er steht, die ganz ohne komplizierte, bioakustische Geräte auskommen, seine Larven früh genug zu entdecken, sind in den Tropen zurückgeblieben. Somit hilft und zur Stunde nur eines: Wachsam sein, und im Falle der Entdeckung einer erkrankten Palme, unbedingt die Behörde zu informieren.
S.H.
Quelle :Bahia-Blick online zeitung 27.4.2007
_________________ Dietfrid Kurt Kranich, Baumschule in
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